Im AI FIRST Podcast über ein CEO Office aus KI-Agenten beschreibt Jonas Diezun, wie sich die Time-to-Value von sechs Monaten auf zwei Wochen, manchmal sogar auf vier Stunden drücken lässt. Die Engpässe, die er dabei entdeckt hat, überraschen: Es ist nie das Modell. Es ist nie die Infrastruktur. Es ist fast immer fehlendes Prozesswissen.

Unternehmen wissen oft nicht, wie ihre eigenen Abläufe funktionieren. Nicht auf der Ebene von Organigrammen und Powerpoint-Folien — sondern auf der Ebene, die ein Agent braucht: Welche Schritte passieren in welcher Reihenfolge? Welche Systeme sind beteiligt? Welche Ausnahmen gibt es? Wer entscheidet was? Wenn das nicht dokumentiert ist, kann der beste Agent nichts automatisieren.

Diezun hat sich sein eigenes CEO-Office mit über 60 KI-Personas gebaut. Darunter virtuelle Versionen von Top-CEOs wie Frank Slootman, die ihm brutales Feedback geben statt höflicher ChatGPT-Antworten. Sein Punkt: Agenten sind nur so gut wie der Kontext, den man ihnen gibt. Context Engineering — nicht Prompt Engineering — ist die eigentliche Fähigkeit.

Für KI-Enablement heißt das: Bevor man einen Agenten einführt, muss man die Prozesse verstehen. Nicht abstrakt. Konkret. Und das erfordert keine Technologen, sondern Berater mit ProzessVerständnis. Diezun stellt heute bewusst Berater statt Entwickler ein.

Das Ziel: Mit 25 bis 50 Mitarbeitenden auf 100 Millionen Euro Jahresumsatz. Das klingt aggressiv. Aber es zeigt, wohin die Reise geht: Unternehmen werden kleiner, nicht weil sie schrumpfen, sondern weil Agenten die Ausführung übernehmen. Die menschliche Arbeit verschiebt sich — vom Tun zum Orchestrieren.