Im AI Daily Brief zur neuen KI-Normalität des Stellenabbaus steht ein Fall, der hängen bleibt: Jack Dorsey hat bei Block 40 Prozent der Belegschaft auf einmal entlassen. Sein Argument: Neue KI-Tools und flachere Strukturen machen große Teams überflüssig. Die Börse reagierte mit einem massiven Kursanstieg. Für die betroffenen Menschen war es ein Freitagnachmittag.
Die Debatte, ob das der erste echte KI-getriebene Personalabbau ist oder klassisches Cost-Cutting mit neuem Label, ist berechtigt. Aber sie verfehlt den Kern. Entscheidend ist, dass ein CEO erstmals KI als primäre Begründung für einen radikalen Schnitt nutzt — und dafür vom Markt belohnt wird. Das erzeugt einen Nachahmungseffekt, der weit über Block hinausgeht.
Für Enablement-Verantwortliche in Konzernen ist das ein schwieriger Moment. Denn ihre Arbeit basiert auf dem Versprechen, dass KI Menschen befähigt, nicht ersetzt. Wenn der prominenteste Use Case in den Schlagzeilen Massenentlassung heißt, wird jede interne KI-Initiative mit Misstrauen betrachtet. „Befähigung" klingt plötzlich wie ein Euphemismus.
Die ehrliche Antwort darauf ist weder Beschwichtigung noch Panik. Sie lautet: Ja, KI wird Rollen verändern und manche verschwinden lassen. Aber der Unterschied zwischen Organisationen, die ihre Menschen aktiv auf diesen Wandel vorbereiten, und solchen, die einfach kürzen, wird in drei Jahren sichtbar sein. Nicht an den Quartalszahlen — sondern an der Innovationsfähigkeit.