Auf der Start Summit diskutieren Lena Waltle, Pip Klöckner und Elisabeth L'Orange eine Frage, die einfach klingt und komplex ist: Wer gewinnt das Rennen um die KI? Die naive Antwort wäre: Wer das beste Modell baut. Aber so funktioniert Technologieadoption nicht.
Die eigentliche Frage ist: Welche Industrien werden zuerst durchdrungen? Und wer profitiert davon? Die Runde zeigt drei völlig unterschiedliche Perspektiven. Waltle bringt den wissenschaftlichen Blick: Modellarchitekturen konvergieren, die Unterschiede zwischen Claude, GPT und Gemini werden kleiner. Klöckner argumentiert ökonomisch: Wer die Infrastruktur kontrolliert — Rechenzentren, Chips, Energie — kontrolliert langfristig das Feld. L'Orange ordnet geopolitisch ein: Die USA investieren massiv, China holt auf, Europa diskutiert noch über Regulierung.
Für Unternehmen in Deutschland ist die Konsequenz ernüchternd. Wir werden kein Frontier-Modell bauen. Das ist klar. Aber wir können die Anwendung dominieren — wenn wir schnell genug sind. Deutsche Stärken liegen in Domänenwissen: Maschinenbau, Automotive, Chemie, Logistik. KI-Modelle werden zur Commodity. Der Wettbewerbsvorteil liegt in der Fähigkeit, sie auf spezifische Industrieprobleme anzuwenden. Und darin sind Unternehmen mit tiefem Prozesswissen im Vorteil.
Das Rennen wird nicht im Valley entschieden. Es wird in den Branchen entschieden, die KI am schnellsten integrieren. Und dort hat Deutschland bessere Karten, als die meisten glauben — wenn es aufhört zu zögern.