3,6 Millionen Datenpunkte pro Spiel. Pressing-Mustererkennung in Echtzeit. Ein Cockpit wie in der Formel 1. Das ist KI beim VfL Wolfsburg — aber nur die Hälfte der Geschichte. Die andere Hälfte spielt sich in der Geschäftsstelle ab, wo generative KI interne Prozesse optimiert und Dienstleistungen ersetzt.

Claudio Demmer verantwortet Business Innovation, Matthew Caron leitet Data Science im Sportbereich. Zwei Perspektiven, ein Verein, und ein Problem, das jedes Unternehmen kennt: Generative KI und klassisches Machine Learning sind fundamental verschiedene Disziplinen, die fundamental verschiedene Teams und Kompetenzen brauchen. Im selben Unternehmen.

Auf der Geschäftsseite ist der Ansatz klar: Workshops, Use Cases identifizieren, schnelle Einsparungen nachweisen. Die Geschäftsstelle hat durch KI bereits externe Dienstleistungen eingespart — messbarer ROI. Im Sportbereich ist die Arbeit komplexer: Eine zentrale Datenplattform mit Hunderten Tabellen und Milliarden Datenpunkten, aufgebaut über Jahre. Hier geht es nicht um schnelle Gewinne, sondern um langfristigen Wettbewerbsvorteil.

Die wichtigste Einsicht für andere Unternehmen: Führung der Zukunft bedeutet nicht nur Menschen führen, sondern auch Agentensysteme. Das ist ein fundamentaler Wandel. Und der VfL zeigt, dass man beide Welten gleichzeitig bespielen muss — die schnelle Geschäftsoptimierung und die tiefe Datenarbeit.

Und dann ist da noch der Flaschenhals, der bei allen KI-Projekten bleibt: Kreativität. In einer Welt voller Daten entscheidet nicht mehr, wer die meisten Informationen hat. Sondern wer die besseren Fragen stellt.